12.06.2012 13:14
Elektromobilität
Motor mit Hirn
Elektronikhersteller entwickeln neue Produkte für das Wachstumssegment E-Mobilität, auch im Verbund mit Elektronikexperten an FHs und Universitäten, die sich dem Thema vermehrt zuwenden.
Die Kernfrage ist: Welche Auswirkungen haben elektromagnetische Felder auf die elektronischen Komponenten im Elektroauto?“ Martin Kohl, FH JOANNEUM Kapfenberg, Transferzentrum Electronic Engineering.
Seit 2003 hat ihn der ÖAMTC stets dabei: Den Pannenhilfe-Laptop für die ambulante Diagnose. Und er kommt auch immer öfter zum Einsatz, denn in gegenwärtigen Autos sind bis zu 50 elektronische Systeme verbaut. Im Elektroauto der Zukunft wird die Elektronik freilich von noch größerer Bedeutung sein. Das weiß man in Sankt Pölten ebenso wie in Kapfenberg: Die FH JOANNEUM Kapfenberg ist an gleich zwei einschlägigen EU-Forschungsprojekten beteiligt, während an der New Design University St. Pölten im Herbst der berufsbegleitende Masterstudiengang E-Mobility & Energy Management startet.
Neuer Masterstudiengang in Sankt Pölten.
"Wir werden unter anderem die Steuerungs und Regelelektronik für Antriebssysteme sowie die Elektronik für Sicherheitssysteme als Unfallschutz – die elektronische Schnellabschaltung– untersuchen und entwickeln“, kündigt Andreas Hasenzagl von der NDU St. Pölten an. Auch die Kommunikation zwischenden Fahrzeugen bzw. zwischen Fahrzeug und Infrastruktur sieht der Dekan der Fakultät Technik als Themen für Forschung und Entwicklung und somit auch für studentische Projekte und Masterarbeiten.
Schon mittendrin in der Materie ist man an der FH JOANNEUM Kapfenberg, informiert Martin Kohl vom Transferzentrum Electronic Engineering, zum Beispiel im EU-Projekt "Motorbrain“, das Elektroautos sicherer und deutlich effizienter machen will. 31 Partner aus neun Ländern sind in das bis 2014 laufende Projekt eingebunden. Koordiniert wird es vom Halbleiterhersteller Infineon, mit dabei sind auch VW, Siemens und AVL.
Sicherer und effizienter.
Der gesamte Antriebsstrang von der Batterie über den Motor bis hin zur Übertragung des Drehmoments auf die Räder wird dabei durchleuchtet, mit dem Ziel, das System um 20 Prozent effizienter zu machen - und dadurch die Reichweite der E-Mobile zu erhöhen. Steigern will man auch die Fehlertoleranz in elektronischen Systemen von Elektroautos, und zwar so, dass bei Fehlern in einem Bereich das gesamte System weiter funktioniert. Darüber hinaus sollen bei den Komponenten vermehrt recyclingfähige Materialien zum Einsatz kommen, für den Elektromotor etwa neuartige Verbundstoffe, die nebenbei auch noch kostengünstigere Herstellungsverfahren ermöglichen.
Embedded Systems optimieren.
In einem weiteren EU-Projekt namens POLLUX ist die FH JOANNEUM Kapfenberg ebenfalls an Bord: 35 Institutionen aus zehn Ländern arbeiten bis 2013 daran, die elektronischenund computergesteuerten Komponentenvon Elektroautos auf der Basis von Embedded Systems zu optimieren. Zu den Projektpartnern zählen neben dem Fiat-Forschungszentrum, der PSA-Peugeot-Citroën-Gruppe und der ehemaligen Philips-Tochter NXP Semiconductors auch austria microsystems und TTTech Computertechnik."Im Rahmen von POLLUX analysieren wir die Auswirkungen der elektromagnetischen Felder auf die elektronischen Komponenten im Elektroauto in unserer Schirmkammer“,verweist Projektleiter Martin Kohl auf den Beitrag der FH JOANNEUM Kapfenberg.
Optimieren will man die Kommunikation unter den elektronischen Komponenten – auch im Hinblick auf neue Technologien wie "Driveby wire", bei denen Fahrzeuge nicht mehr über mechanische Verbindungen, sondern über elektronische Steuerungen gelenkt werden. Zweiter Schwerpunkt ist die Optimierung von Lade- und Batterie-Management-Systemen für Elektroautos: Effiziente Ladestrategien sollen die Auslastung des Netzes berücksichtigen.












