02.08.2010 10:08
Energie-Kooperation
Enormes Sparpotential
Nach Berechnungen der TU Wien können mittelfristig 25 % der Energie durch Effizienzsteigerung gespart werden. Am AIT arbeitet man an innovativen Lösungen - mit dem Ziel, die Risken seiner Forschungspartner aus Industrie und Wirtschaft bei der Einführung von neuen Technologien zu minimieren und den Entwicklungszeitraum bis zur Marktreife zu verkürzen.
"Die größte ungenutzte Ressource für die Energieversorgung liegt im Energiesparen. Die ergiebigste Energiequelle, die nur darauf wartet, angezapft zu werden, ist Energieeffizienz", sagt Infrastrukturministerin Doris Bures im Rahmen einer Pressekonferenz mit dem Titel "Mit weniger Energie mehr bewegen!". Nach Berechnungen der TU Wien können mittelfristig 25 % der Energie durch Effizienzsteigerung gespart werden. Das Einsparungspotential entspricht dem Dreifachen der Energie, die sämtliche kalorischen Kraftwerke in Österreich erzeugen oder dem Sechsfachen eines AKWs vom Typ Temelin.
Anteile am Gesamtenergieverbrauch (laut Statistik Austria): Haushalte und Gebäude (49 %), Verkehr (35 %), Produktion (16 %).
Überzeugende Beispiele.
Beim Autofahren mit einem normalen Benzinverbrennungsmotor werden nur 18-25 % der eingesetzten Energie in Bewegung umgesetzt, beim E-Fahrzeug bis zu 70 %. Elektrische Antriebe nutzen die Energie dreimal so effizient wie konventionelle Motoren.
Bei den modernsten Gebäudetechnologien – Passivenergie- sowie Nullenergie- und Plusenergiehäusern – sind Österreichs Forschung und Unternehmen vorne dabei. Kein anderes Land in der EU hat eine so hohe Dichte an Passivhäusern. Mit insgesamt 3,2 Millionen m2 Nutzfläche im Passivhausstandard ist Österreich absoluter Spitzenreiter in Europa.
Forschungsschwerpunkt Umwelt und Energie.
Die zentralen Energieforschungsthemen in den Förderprogrammen des BMVIT sind E-Mobilität, Smart Grids, Endverbrauchertechnologien, Gebäudetechnologien (Haus der Zukunft), energieeffiziente Produktionstechnologien und erneuerbare Energien.
"Forschung, Entwicklung und Innovation machen alle Lebensbereiche, Wirtschaft, Wohnen, Verkehr umweltfreundlicher", resümiert die Infrastrukturministerin, "und darin stecken enorme Chancen für die heimischen Unternehmen, für Wertschöpfung und neue Jobs in Österreich. Kaum ein anderer Bereich der Wirtschaft wird in den nächsten Jahren solche Wachstumsraten haben wie der Energiesparsektor."
Die Erforschung effizienter Energietechnologien und die Schaffung einer leistbaren, nachhaltigen und sicheren Energieversorgung sind die Ziele des Förderprogramms "Neue Energien 2020" des Klima und Energiefonds. 35 Millionen Euro stehen heuer für die aktuell bis 8. September laufende Ausschreibung zur Verfügung. Diese orientiert sich an drei Säulen: Intelligente Energiesysteme und Netze, Energieeffizienz und Erneuerbare Energien.
Erfolgreiche Projekte.
"Die ersten drei Ausschreibungen haben mehr als 400 Projekte hervor gebracht. Unsere Förderstrategie setzt auf Kontinuität: Nur wer langfristig denkt, wird in der Energieforschung einen Spitzenplatz einnehmen können, Österreich ist da gut aufgestellt und soll es auch bleiben", sagt Theresia Vogel, Geschäftsführerin des Klima und Energiefonds.
Ergänzend zu den bestehenden Förderschwerpunkten sehen die Planungen 2011 einen weiteren vor: "Unser genereller Schwerpunkt Bildung – Ausbildung –Bewusstseinsbildung, den wir 2011 als Querschnitt über alle Programme legen werden, wird auch im Forschungsprogramm Neue Energien 2020 umgesetzt", gibt Theresia Vogel einen Ausblick auf das kommende Jahr. Auch der Anschluss an die europäischen Aktivitäten (Stichwort SET-Plan) wird etwas mehr ins Zentrum unserer Ausschreibung rücken.
AIT als Vorreiter.
Das AIT Austrian Institute of Technology forscht unter anderem an innovativen Energielösungen, um die Risken seiner Forschungspartner aus Industrie und Wirtschaft bei der Einführung von neuern Technologien zu minimieren und den Entwicklungszeitraum bis zur Marktreife zu verkürzen. Mit 104 MitarbeiterInnen und starkem Wachstum verfolgt das Energy Department des AIT Austrian Institute of Technology einen ganzheitlichen Ansatz, um die umweltfreundliche Stromversorgung, Heizung und Klimatisierung der Gebäude und Städte von morgen zu gewährleisten. Mit Hilfe hochqualitativer Messtechnik und innovativer Simulationstools verknüpfen unsere interdisziplinären Forschungsteams dezentrale Erzeuger, effiziente Verteilungsnetze und intelligente Gebäude mit effizienten Heiz- & Kühltechnologien zu einem nachhaltigen Energiesystem. Oberstes Ziel des Department Energy ist es, den Innovationsprozess im Energiesektor durch gezielte Forschung und Entwicklung voranzutreiben und so das Energiesystem der Zukunft aktiv mit zu gestalten.
SimTech Labor.
Das Energy Department des AIT realisiert derzeit einen Forschungsschwerpunkt zur wissenschaftlichen Begleitung der technischen Einbindung dezentraler erneuerbarer Energieträger und verteilter Energiespeichersysteme in aktive elektrische Verteilnetze mittels Power Hardware-in-the-Loop (P-HIL) Simulationen.
"Die ExpertInnen des AIT wenden dafür Echtzeitsimulationen an, um die komplexen Wechselwirkungen zwischen Netz und Komponenten zu analysieren. Durch die Verknüpfung von virtueller und realer Welt lassen sich so im SimTech Labor verschiedene Regelungskonzepte und Komponenten für Smart Grids entwickeln, testen und optimieren", erklärt Brigitte Bach, Head of Energy Departement.
Um dies zu realisieren wurde eine gemeinsame Initiative, bestehend aus einem Investitionsprojekt "SimTech Laborinfrastruktur" (Volumen von 3,5 Mio. Euro aus AIT Eigenmitteln finanziert) und dem DG-EV-HIL Forschungsprojekt (Volumen 4,0 Mio. Euro, vom Klima- und Energiefonds finanziert), gestartet. Dieses Forschungsprojekt hat die grundlegenden Methoden zur Anwendung von P-HIL Verfahren auf Smart Grids zum Inhalt und damit entsteht im Energy Department eine einzigartige Forschungsinfrastruktur, mit welcher binnen kürzester Zeit kritische Massen erreicht werden können.











