09.07.2012 08:43
FACTORY-Ranking
Top-50-Maschinenbauer-Ranking 2012: Engerl und Bengerl
Das große Maschinenbau-Ranking 2012: Erstmals unterzieht FACTORY die Kernbranche der österreichischen Industrie einem umfassenden Umsatz- und Mitarbeiter-Check. Wer ist Umsatzgewinner, wer -Verlierer? Wer ist Top am Arbeitsmarkt – wer Flop? Und: Was erwartet die Branchenriesen nach dem Boom der letzten Monate? Noch sind die Bücher zum Bersten voll und die Erwartungen zuversichtlich.
Mehr als 3,5 Milliarden Euro: Soviel erwirtschafteten Österreichs 50 Top-Maschinenbauer im Vorjahr zusammen. Das ist eine Erkenntnis des von „FACTORY“ durchgeführten Rankings der umsatzstärksten 50 Maschinenbauer im Lande. Nur sechs Unternehmen mussten 2011 eine Umsatzschlappe hinnehmen. Speziell Oberösterreich ist ein richtiger guter Boden für Top-Maschinenbauprodukte. Gleich zehn Betriebe ob der Enns schafften es in die Top-20. Die HTL Steyr sei eine „großartige Kaderschmiede für Maschinenbauer“, gibt es in der Branche Lob. Am stärksten gewachsen ist der Welser Hersteller von Schneid- und Gravierlasermaschinen TROTEC. Sein Umsatz wuchs um fantastische 87 Prozent auf 39,2 Millionen Euro – Platz 26. Unangefochten an der Spitze des Rankings (alle Ergebnisse: hier) Der Schwertberger Spritzgießmaschinenbauer ENGEL AUSTRIA. „Ein hervorragendes Unternehmen – und absolut krisenfest“, so der Branchentenor.
Umsatzchampions
2011 explodierte der Umsatz von ENGEL auf 834 Millionen Euro (2010: 616,5). Ein Plus von über 30 Prozent – ebenfalls Spitze. „Wir sind an den Megatrends in den Kunststoffmärkten dran“, begründet CEO Peter Neumann den Positivlauf. Ein Trend ist – vielleicht noch stärker als im Zerspanungsbereich – das Kapitel Energieeffizienz. Mit seiner Energiesparoption („Ecodrive“) baute Engel speziell bei holmlosen und Zwei-Platten-Maschinen kräftig den Umsatz aus. Starlinger & Co, auf dem ausgezeichneten Rang Zwei der umsatzstärksten Maschinenbauunternehmen, ist mit 170 Millionen Euro Jahresumsatz auch kein Winzling. Klar der größte Umsatzbringer im Familienbetrieb: Konfektionsanlagen für die Sackerzeugung. Speziell in Asien verkaufen sich die Maschinen heute wie geschnitten Brot. Das war nicht immer so. Nach guten Geschäften in den Achtzigern und Neunzigern ließ der Betrieb das Asien-Geschäft schleifen – „in anderen Märkten erzielten wir einfach die klar besseren Preise", begründet Starlinger-Chefin Angelika Huemer. Mit dem eigenen China-Werk für die Produktion von Webmaschinen änderte sich 2006 urplötzlich die Strategie. Die 49-jährige Firmenlenkerin sicherte sich so ein Ticket für die begehrten Ostmärkte. Nach dem Einbruch 2009 „sind wir in der Region wieder voll auf Kurs“, erzählt sie.
Turbo-Produktion
Durchstarten konnte im Vorjahr auch der Biegemaschinenhersteller TRUMPF Maschinen Austria (Rang Drei). Die Paschinger sicherten sich nicht nur den von FACTORY, Industriemagazin und Fraunhofer Austria verliehenen Titel „Fabrik 2011“. Der Umsatz kletterte von 134 (2010) auf erstaunliche 161 Millionen Euro. Mitgrund, warum das Top-Gerät des Maschinenbauers hervorragend ging: Im Aufschwung musste alles schnell gehen. Auch die Lieferung der Neumaschinen. Das Produktionssystem der Paschinger konnte sich hier beweisen. TRUMPF Maschinen Austria-Chef Alfred Hutterer: „In 17 Tagen bauen wir jede Maschine, die das Herz begehrt“.
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