01.02.2011 10:41

Forum Maschinenbau 2011

Intelligent produzieren – aber wie?

Rund 100 Teilnehmer informierten sich beim diesjährigen Forum Maschinenbau des Mechatronik-Cluster OÖ über das Thema Fertigungsmanagementsysteme auf Basis von MES (Manufacturing Execution System).

Forum Maschinenbau 2011
© Mechatronik Cluster OÖ

Interessante Vorträge und Best Practice Beispiele gab es im Softwarepark Hagenberg zu hören

Jodlbauer
© Mechatronik Cluster OÖ

Herbert Jodlbauer, Dekan der FH OÖ Fakultät für Management, Studiengang Produktion und Management, beleuchtete MES mit Blick auf die mangelhafte Anbindung an Unternehmensziele

 

Beim Forum Maschinenbau 2011, organisiert vom Mechatronik-Cluster, standen vor allem Best Practice Beispiele im Mittelpunkt. Die drei wichtigsten Erkenntnisse der Veranstaltung: Es gibt kein einzelnes optimales Fertigungsmanagementsystem für alle Unternehmen, individuelle auf die Bedürfnisse der Firmen abgestimmte Lösungen sind gefragt. Die größte Herausforderung bei der Implementierung von neuen Systemen ist die Verknüpfung von Unternehmenszielen und Werkzeugen aus dem Produktionsmanagement sowie die Akzeptanz durch die Mitarbeiter – ohne ihre aktive Einbindung wird selbst das beste Fertigungsmanagementsystem scheitern. Und drittens: Es gibt nach wie vor sehr viel Verschwendung in den Produktionsprozessen. Die Einsparungspotenziale bei Arbeitszeit und Kosten durch die Einführung von MES sind daher besonders bei Klein- und Mittelunternehmen (KMU) enorm!

Das Forum Maschinenbau wurde in Kooperation mit dem Automobil- und Kunststoff-Cluster, der WKO Oberösterreich Sparte Industrie und der Landesinnung der Mechatroniker Oberösterreich durchgeführt. Anton Helbisch-Poschacher, Obmann der Sparte Industrie der WKO Oberösterreich ist wie der englische Premierminister davon überzeugt: „We need a re-industrialisation!“ Gerade in der Industrie spiele die Produktion eine herausragende Rolle, daher sei Intelligentes Fertigungsmanagement so wichtig. Auch Johann Fiedler, Innungsmeister der Landesinnung der Mechatroniker OÖ erkennt die steigende Bedeutung von Fertigungsmanagementsystemen im produzierenden Gewerbe. „Da beim Einkauf die Einsparungspotenziale ausgereizt sind, muss man sich zukünftig innerbetrieblich umsehen“, erklärt Fiedler. „Große Datenmengen werden bereits gespeichert. Die Auswertung dieser Daten sollte man nutzen, um wettbewerbsfähiger zu bleiben.“ 


Manufacturing Execution Systeme (MES).

Trotz umfangreicher Kostensenkungsmaßnahmen und Personaleinsparungen während der Wirtschaftskrise gibt es noch immer erhebliche Verschwendungen in den Produktionsprozessen. Insbesondere in den KMUs steckt viel Potenzial in der Optimierung. Dazu können Fertigungsmanagementsysteme (MES – Manufacturing Execution System) dienen, die die organisatorischen Abläufe in Fertigungsbetrieben visualisieren und unterstützen. Je nach Funktionalität ist ihre Positionierung zwischen ERP (Enterprise Resource Planning) Systemen (im Bereich der Verwaltung) und der Automatisierung auf den Maschinen und Anlagen (Betriebs- und Maschinendatenerfassung BDE, MDE) zu sehen. „Was heute noch in vielen Betrieben fehlt, ist der strategische Blick auf MES bzw. die Gesamtintegration von bereits vorhandenen MES-Funktionalitäten“, erklärte Cluster-Manager Christian Altmann. 


Ausgehend von der EVA (Economic Value Added) wählte Herbert Jodlbauer, Dekan der FH OÖ Fakultät für Management, Studiengang Produktion und Management, seine Betrachtungsweise der MES. Die EVA (auch Geschäftswertbeitrag) ist eine Messgröße aus der Finanzwirtschaft, um die Vorteilhaftigkeit einer Investition zu berechnen. Bei EVA-Treibern sollte man vor allem konfliktäre Wirkungen beachten (Beispiel: Hohe Auslastung steht in Konflikt zu hoher Flexibilität bzw. Termintreue). Sein Resümee: „Produktionsnahe Themen werden in MES ausführlich dargestellt. Die Verbindung der produktionsnahen Themen zu finanzieller Performance, Unternehmenszielen und Strategiefindung sind allerdings in MES mangelhaft abgebildet.“

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