09.12.2009 14:32
Innovation des Jahres 2009
Dünne, intelligente Folie
Die Drucksensorfolie von plastic electronic überzeugte die Juroren.
„Mit der Drucksensorfolie können sowohl das Gewicht als auch die Position eines auf der Kunststofffolie platzierten Gegenstandes zuverlässig detektiert werden“ Philipp Weissel, GF plastic electronic
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Wie bei jeder Innovation stand auch in unserer Redaktion am Anfang die Idee. Die Idee nämlich, österreichischen Unternehmen, die mit innovativen Produkten beziehungsweise Systemen am Markt erfolgreich sind, die Gelegenheit zu bieten, diese einem breiten Interessentenkreis vorzustellen. Recht bald nach Bekanntwerden unseres Vorhabens, in jeder Factory-Ausgabe eine „Innovation des Monats“ zu küren, trafen auch die ersten E-Mails und Anrufe von Unternehmen ein, die in unserer neuen Rubrik die richtige für ihre Entwicklung sahen. Keineswegs überraschend war es allerdings für uns, dass diese aus den unterschiedlichsten Branchen – von Software über Automation bis zur Werkstofftechnik – stammten und damit eigentlich das gesamte Spektrum des FACTORY widerspiegeln.
Knappe Kür.
Die Einladung des Factory-Teams an drei Experten, aus den neun Monatssiegern nun die „Innovation des Jahres 2009“ zu wählen, wurde von diesen daher auch gerne wahrgenommen. Die Jury, bestehend aus Hermine Arnold, Arnold Consulting, Helge-Gerhart Hohensinn, AWS, Anton Plimon, AIT, sowie der FACTORY-Redaktion, hat sich diese Aufgabe nicht leicht gemacht. Und dementsprechend fiel die Entscheidung – nach langen Überlegungen und spannenden Diskussionen – am Ende denkbar knapp aus: Die „Innovation des Jahres 2009“ ist die Drucksensorfolie der plastic electronic GmbH. Diese intelligente Kunststofffolie, die als flächenhafter Sensor zur Gewichts- und Positionserkennung eingesetzt wird, war die „Innovation des Monats Mai 2009“. plastic electronic, 2006 als Spin-off-Unternehmen der Johannes-Kepler-Universität Linz gegründet, ist Pionier bei der Produktion von gedruckten Elektronikkomponenten auf Kunststofffolie. Das Produktsortiment umfasst gedruckte, kapazitive Drucksensoren und Bedienelemente sowie gedruckte Speicher, Batterien und Displays auf Folie. Jedes einzelne dieser Produkte zeichnet sich durch einzigartige Charakteristika aus: Es ist flexibel, dünn, leicht, robust, großflächig (bis zu einem Quadratmeter) und bietet die Möglichkeit, es in großer Menge zu produzieren.
Gewichts- und Positionserkennung.
„Mit der prämierten Drucksensorfolie können sowohl das Gewicht als auch die Position eines auf der Kunststofffolie platzierten Gegenstandes zuverlässig detektiert werden“, so Philipp Weissel, Geschäftsführer von plastic electronic. Das Gewicht des Gegenstands wird durch die mechanische Einwirkung bei der Platzierung auf die Folie gemessen. Dieser Druck wird in ein elektronisches Signal umgewandelt und dadurch das Gewicht des Objektes erfasst. Juror Helge-Gerhart Hohensinn hebt insbesondere die Flexibilität der Folie hervor: „Im Vergleich zu bisherigen Lösungen ist die Ausformung als flexible Folie vorteilhaft, die durch ihre Biegsamkeit und das geringe Gewicht eine optimale Anpassung an die jeweiligen Kundenwünsche ermöglicht.“ Durch die Belegung ganz bestimmter Elektroden auf dem vordefinierten, matrixartig angeordneten Raster kann die Drucksensorfolie auch Positionen detektieren. Wird ein Objekt auf diese Sensorpunkte platziert, kommt es zu einer Kompression des Materialaufbaus, der über die angeschlossene Ausleseelektronik in einen entsprechenden Druckwert umgerechnet wird. Der Gegenstand wird erkannt, exakt lokalisiert und auch dessen Form bestimmt – in Echtzeit.
Vielseitige Anwendung.
Jurymitglied Hermine Arnold sieht in der intelligenten Kunststofffolie vor allem die hohe Kreativität: „Sie punktet durch den Neuheitsgrad und durch die Vielseitigkeit der möglichen Anwendungen zur Gewichts- und Positionserkennung.“ In der Tat findet die Folie besonders im Logistikbereich viele Einsatzgebiete. So hilft sie etwa im Einzelhandel zur Vermeidung von Out-of-Shelf-Situationen, also wenn die Ware im Regal „ausgeht“. Die Kunststofffolie erkennt rechtzeitig Bestandsabgänge und gibt dem System ein Signal bei Unterschreitung des Minimums. Außerdem kann die Folie bei der Kommissionierung helfen, zu prüfen, ob der richtige Artikel und die richtige Anzahl an Artikeln entnommen wurden. Mit Hilfe des Drucksensors wird jeder Auftrag über die Anzahl und das Gesamtgewicht der Objekte im Kommissionierbehälter auf Plausibilität geprüft und bei Abweichung gewarnt. F
Fortsetzung 2010.
Natürlich wird sich das FACTORY auch 2010 auf die Suche nach der „Innovation des Monats“ machen und zum Jahresende wieder eine von diesen zur „Innovation des Jahres“ küren. Für alle österreichischen Unternehmen gilt daher: Wenn Sie an einem besonders innovativen Produkt beziehungsweise System arbeiten oder sich dieses bereits erfolgreich am Markt bewährt hat – erzählen Sie uns davon! Wir freuen uns auf spannende Gespräche und Berichte!















