06.02.2012 12:19

Kunststoff-Cluster

Altgummi gehört nicht in den Müll!

In einem Kooperationsprojekt des Kunststoff-Clusters ist der Einsatz von Altgummi-Granulat als Additiv für Thermoplaste evaluiert worden und beweist somit, dass Altgummigranulat ein wertvoller Rohstoff ist.

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© ART

Die ART Asamer Rubber Technology GmbH in Ohlsdorf, im Bild Geschäftsführer Thomas Danner, hat die größte und modernste Altreifen-Granulier und -Mahlanlage Mitteleuropas errichtet.

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© Kunstoff-Cluster

WPC-Profile: Die Beimengung von Altgummi kann eine Eigenschaftsverbesserung bewirken.

 

Altgummi gehört also nicht in den Müll, dies hat ein Kooperationsprojekt des Kunststoff-Clusters bewiesen. Projektpartner waren die Transfercenter für Kunststofftechnik GmbH in Wels, die ART Asamer Rubber Technology GmbH in Ohlsdorf, die PPI GmbH & Co. KG in Ebensee, die Greiner Extrusion GmbH in Nußbach und die Mediscan GmbH & Co KG in Kremsmünster.

Die Ergebnisse.

Das Projekt, das als Triebfeder für neue Produktentwicklungen dienen sollte, hat bei ART Asamer zur neuen Produktgruppe "ASAflex" geführt. Bereits zwei Artikel für die Bau- beziehungsweise Sportindustrie wurden damit zur Marktreife gebracht.


Greiner Extrusion und PPI haben mit den Additiven Demonstrator-Bauteile wie ein WPC-Profil oder ein Bodenbelagselement gefertigt. Sowohl im Extrusionsverfahren als auch im Spritzgussprozess ließen sich die Gummicompounds gut verarbeiten. Und: Die Unternehmen haben so ihr Know-how in der Verarbeitung von elastomergefüllten Polymerrezepturen erweitert.

Signifikante Verbesserung.

Eine Elektronenmodifizierung bei der Firma Mediscan führte in Abhängigkeit zum eingesetzten Kunststoff zu einer signifikanten Verbesserung der mechanischen Kennwerte. Darüber hinaus hat das Projekt bei den Kunststoff verarbeitenden Betrieben das Potenzial von Recyclingmaterial in vielen Bereichen als mögliche Alternative ins Bewusstsein gerückt. Gummimehl bietet sich als nachhaltiges Füllstoffadditiv an, einerseits um Kosten zu senken und andererseits zur Verbesserung der Elastizität und der Dämpfungseigenschaften.

Projekthintergrund.

Jährlich fallen allein in Österreich über 50.000 Tonnen Altreifen an. Da Gummi als irreversibel vernetztes Material nicht wie Thermoplaste durch "Umschmelzen" rezykliert werden kann, sind andere Verfahren zur Verwertung notwendig. Neben der thermischen Entsorgung und dem derzeit noch nicht wirtschaftlichen rohstofflichen Rezyklieren, wie Depolymerisation oder Devulkanisation, kann Gummi werkstofflich rezykliert werden. Dafür wird der Altgummi in diversen Mahlverfahren zu Gummigranulat oder Gummimehl vermahlen. Die dafür notwendige Technik ist bereits ausgereift. Dieses Altreifengranulat wird dann als Füllstoff in thermoplastischen Mischungen verwendet und so wieder werkstofflich verwertet.

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