15.05.2012 10:06

Logistiktag

Die Kraft von innen

Die enormen Änderungen in den Anforderungen an die Logistik verlangt nach neuen Konzepten und Methoden. Am Österreichischen Logistik-Tag geht es daher um die Kräfte die es braucht um dem Würgegriff der Unplanbarkeit zu entkommen.

Franz Staberhofer, Obmann VNL
© VNL

Franz Staberhofer, VNL Obmann: „Die andauernden Änderungen bedeuten eine Hochzeit für die Logistik.“

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Franz Staberhofer, Obmann des VNL (Verein Netzwerk Logistik) und Studiengangsleiter am Logistikum FH Steyr, braucht keine Glaskugel um vorherzusagen, dass der Job eines Supply Chain Managers in den nächsten Jahren extrem spannend sein und bleiben wird. „Die Wechselhaftigkeit des Bedarfs wird bestehen bleiben. Sogar in jenen Bereichen, in denen er vordergründig konstant zu sein scheint. Ein Beispiel dafür sind Automobilzulieferer, die ihre Produktion von Europa nach Asien verlagern“, erklärt Staberhofer im Gespräch mit FACTORY. „Man muss sich daher neu aufstellen, um dem begegnen zu können.“

Das Motto des Logistik-Tages der am 28. Juni im Design Center Linz stattfinden wird lautet daher nicht zufällig „Die Kraft von innen“. Vielmehr wollen Franz Staberhofer und eine Reihe hochkarätiger Referenten aufzeigen, wie man in Zeiten enormer Volatilität dem „Würgegriff des Unplanbaren“ entkommt.

Hochzeit für Logistiker.

„Das Geschäft wird bleiben, aber es wird sich immer wieder sehr rasch ändern“, zeigt sich der VNL-Obmann überzeugt. „Die andauernden Änderungen bedeuten eine Hochzeit für die Logistik. Je komplexer und volatiler, desto mehr muss ich mich als Supply Chain Manager freuen. Die Arbeit bietet ein enorm hohes Maß an Gestaltungsmöglichkeiten.“ Habe man bis 2008 mit den Controllern bestenfalls darüber gestritten, ob das Wachstum 3 oder 5 Prozent ausmachen wird, so gehe es heute darum, Schwankungen von 20 Prozent und mehr zu managen.

Dass die Unternehmen reagieren zeigt sich nicht zuletzt auch am Logistikum in Steyr, das in den letzten Jahren als Logistik-Kompetenzzentrum, mit den Schwerpunkten Aus- und Weiterbildung und Forschung ausgerichtet wurde. Innerhalb kurzer Zeit gab es rund 30 Anfragen nach Supply Chain Managern. „Derzeit haben wir etwa 50 Beschäftigte und 350 StudentInnen“, sagt Franz Staberhofer. „Die Logistik ist bei der Jugend aber kein attraktives Thema. Der VNL sieht es daher als eine seiner Aufgaben, die Berufsbilder zu erklären. Die Anzahl an StudentInnen ist für uns derzeit okay – wir haben nicht die Not, wie sie in vielen technischen Berufen herrscht – aber es könnten durchaus mehr sein.“

Gar nicht so wenige Unternehmen sind auch bereit, eine Ausbildung beziehungsweise einen Studienplatz zu bezahlen.

Die Logistik-Trends.

Supply Chain Management beschäftigt sich mit der Optimierung von Abläufen durch besseren Umgang mit der Komplexität. „Wir beeinflussen nicht das Produkt selbst, sondern wie es optimal gesteuert wird“, erklärt Staberhofer.

Die wichtigsten Trends sieht der Logistik-Experte in den bereichen Energieeffizienz und bei den Logistik-Mitarbeitern. „Für die Hersteller von Logistik-Technik ist Energieeffizienz ein enorm wichtiges Thema“, weiß Staberhofer. „Was aber noch viel zu wenig beachtet wird, ist die Tatsache, dass die Mitarbeiter älter werden. Für diese muss vieles leichter werden. Dazu gibt es im Rahmen des Logistik-Tages auch ein Referat.“

Bereits am 27. Juni gibt es übrigens drei interessante Themen, die einen ganzheitlichen Zugang von Wertschöpfungsketten aus ihrer Perspektive erörtern:  Zukunft Intralogistik – Logistik-Technologie am Prüfstand“, „Zukunftsfähige Transportkonzepte“ und „Herausforderungen durch die Finanzkrise – neue Verantwortungen im Supply Chain Management“ stehen auf dem Programm.

Informationen zu Referenten, Themen und Programmpunkten sowie Anmeldung zum Österreichischen Logistik-Tag auf der Website des VNL.

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