11.07.2011 10:30

Preisverleihung Fabrik2011

Triumph für Trumpf

Anlässlich der Preisverleihung zur „Fabrik2011“ räumte Trumpf kräftig ab. Nach einem spannenden und knappen Bewertungsverfahren standen die Maschinenbauer aus Pasching ganz oben am Siegertreppchen.

Preisträger Fabrik2011
© rubra

Die Preisträger: austriamicrosystems und Trumpf. Ihnen bleibt die Teilnahme an Fabrik2012 verwehrt - in zwei Jahren können sie wieder an Start des großen Wettbewerbs gehen.

Alfred Hutterer, GF Trumpf Österreich
© Trumpf

Alfred Hutterer, Geschäftsführer von Trumpf Maschinen Austria, leitet die effizienteste Produktion des Landes.

 

Die Vergabe des vom Fraunhofer-Institut Österreich, dem INDUSTRIEMAGAZIN und dem FACTORY ausgeschriebenen Preises für die beste Produktion des Landes konnte nicht spannender ablaufen. Bis zuletzt kämpften die Finalisten, darunter Trumpf, Opel Wien, austriamicrosystems und die APF Produktionsdienstleistungs GmbH, um den Sieg in den Kategorien Konzerne (über 5.000 MitarbeiterInnen) und Unternehmen (weniger als 5.000 Beschäftigte). In der Kategorie Konzerne wurde der Titel Trumpf Maschinen Austria, vor Opel Wien, aus Pasching zuerkannt. Bei den Unternehmen siegte die austriamicrosystems AG aus dem steirischen Unterpremstätten vor der APF Produktionsdienstleistung Stiwa Group aus Gampern.

Ein weiter Weg.

Einen Sieg bei einem derartigen Wettbewerb einzufahren, dazu bedarf es konzentrierter Arbeit. Nach Stufe 1, einem Online-Bewertungsbogen, wurden die in die zweite Runde aufgestiegenen Kandidaten in ganztägigen Werksbesuchen, einem Bewertungsmodell nach Lean Management und nicht zuletzt aufgrund einer Bewertung des Publikums beim Industriekongress in Linz und einer Fachjury gekürt.

Bei Alfred Hutterer, Geschäftsführer von Trumpf Maschinen Austria und seinen Managern war die Freude über den Kategoriensieg und den Gesamtsieg beim Wettbewerb groß.

„Die Produktionsleistung war top. Wir wurden innerhalb unserer Gruppe mit Abstand am besten bewertet“, erzählt Hutterer. Ein Zustand, der sich mittlerweile fast als Normalität gefällt. Denn wo es nur geht suchen die Paschinger den Vergleich. „Wir benchmarken viel. Dieser Wettbewerb war eine weitere Chance, herauszufinden, wo wir wirklich stehen“, sagt Hutterer, der mit Armin Rau das Paschinger Führungsduo stellt. Rau, technischer Chef der Oberösterreicher, sieht es genauso. „Wir wollten wissen, wie gut wir wirklich sind“, sagt er. Die Antwort darauf fiel erfreulich aus. „Seit Jahrzehnten verfolgt der Betrieb eine unheimlich konsistente Strategie“, befand Jurymitglied Knut Consemüller. Es gebe „enorme Kontinuität im Management“, so Consemüller weiter. „Die Standortstrategie des Unternehmens ist top“, ergänzte Jurymitglied Erich Becker.

Gespannt auf das Konzernecho.

Für Alfred Hutterer, ein im besten Sinn „alter Profi“ im schwierigen Maschinenbaugeschäft, hat der Preis aber noch eine weitere Dimension. „Auch wir hatten 2009 mit den Auswirkungen des Finanzkrise zu kämpfen und mussten einen deutlichen Umsatzrückgang in Kauf nehmen“, erzählt Hutterer im Gespräch mit FACTORY. „Wir haben die Zeit genützt, um unsere Prozesse noch genauer zu hinterfragen.“

Gespannt ist man bei Trumpf auch auf das Konzernecho. Das schwäbische Mutterhaus lebt seit Jahrzehnten die sprichwörtlichen Tugenden, die da heißen „Sparsamkeit, Fleiß und Geschick“. In Pasching wird diesem Vorbild nicht nur nachgeeifert. In vielen Belangen sind die Oberösterreicher mittlerweile ein Vorbild im Konzern.

Schon 1999 preschte der Betrieb mit einer Fließlinie zur Montage von Biegemaschinen vor. Auch heute haben die Paschinger mit ihren drei Fließlinien für hydraulische und elektrische Abkantpressen sowie Robotik im Maschinenbau noch Exotenstatus. Zwölf verschiedene Typen des Hydrauliksegments – über tausend Maschinen pro Jahr – fertigen die Oberösterreicher auf einer Linie. So effizient, dass „wir in der Krise bei halbem Umsatz immer noch Gewinne schrieben“, sagt Betriebsleiter Thomas Saiko. Zuletzt holte der Betrieb sogar die Fertigung von Einsteigermaschinen nach Pasching. Früher wurden sie in Taiwan produziert – „weniger effizient als jetzt“, lacht Saiko.

(K)ein Geheimnis.

Das Erfolgsgeheimnis der Oberösterreicher ist ihr Produktionssystem (Synchro), an dem die Wettbewerbsjury nur Gutes fand. Mit „just in time“-Produktion werden „Aufträge durch die Fertigung gezogen“, erklärt Technikchef Armin Rau. Dabei ist die Sequenzierung ein wesentlicher Punkt. Das Montageband läuft im Kundentakt. Dies stellt sicher, dass Teile keine Sekunde zu früh oder zu spät beim jeweiligen Monteur ankommen. Dafür sorgen auch fünf Kommissionierer im Haus. Selbst in der Werkzeugproduktion kommen die Paschinger ohne Zwischenpuffer aus. Für den Käufer der Maschine optimal: „In 17 Tagen bauen wir dem Kunden jede Maschine, die er haben will“, so Rau. 

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