07.06.2010 09:02
ROCHE
Berufsbilder für Frauen
Beim Pharma- und Diagnostics-Unternehmen Roche sind Frauen mit technischer Ausbildung keine Seltenheit. Die Bandbreite reicht dabei von der Biotechnikerin bis zur Architektin.
Maßgeschneiderte Therapien – vom diagnostischen Test bis zum Arzneimittel – hat man sich in den F&E-Labors bei Roche auf die Fahnen geheftet
Nicht nur in Österreich sind Technikerinnen in vielen Unternehmen noch immer quasi Exotinnen. Im Maschinenbau, in der Elektronik- und Elektrotechnik aber auch in der IT-Branche ist der Anteil an Frauen unter dem Stichwort „Minderheit“ noch höflich umschrieben. Dass Frauen und Technik aber eine durchaus erfolgreiche Paarung abgeben können zeigt sich unter anderem in der Biotechnik. „Im Forschungsbereich Genetik, Chemie und Biotechnologie arbeiten in unserem Haus 15 Frauen mit akademischer Ausbildung“, erzählt Marlene Steinbacher-Haas, beim Pharmakonzern Roche Austria für das Personalrecruiting zuständig. „Mit unseren Berufsbildern Frauen anzusprechen ist für Roche kein Problem, da wir mit unseren Tätigkeitsfeldern einerseits sehr zukunftsorientiert arbeiten und andererseits auch Führungspositionen anbieten können.“
Das Unternehmen mit Schweizer Wurzeln (Familienbesitz seit 114 Jahren, von Fritz Hoffmann-La Roche in Basel gegründet) hat auch in Österreich eine lange Tradition. Bereits 1907 entstand hierzulande die erste Niederlassung. Heute sind rund 800 MitarbeiterInnen an den drei Standorten in Wien und Graz beschäftigt. Zum Kerngeschäft des Konzerns, der weltweit 80.000 Menschen beschäftigt, gehören die beiden eigenständigen Divisionen Pharma und Diagnostics.
Weg vom Einheitsformat.
„Mit dieser Konstellation sind wir die einzigen weltweit“, berichtet Steinbacher-Haas und führt weiter aus: „Der Trend wird in Zukunft immer stärker hin zu personalisierter Medizin gehen. Da kommt uns unsere Struktur sehr entgegen.“
Personalisierte Medizin berücksichtigt die Tatsache, dass Menschen auf ein Medikament sehr unterschiedlich ansprechen. Maßgeschneiderte Therapien – vom diagnostischen Test bis zum Arzneimittel – hat man sich daher in den F&E-Labors bei Roche auf die Fahnen geheftet. „In beiden Forschungsbereichen bieten wir eine große Bandbreite an Berufen für Technikerinnen an. Rund 10 Prozent unserer MitarbeiterInnen im Pharmasektor haben eine technische Ausbildung“, sagt Steinbacher-Haas. Interessant ist dabei auch, dass nicht nur Fächer wie Biomedizin, Genetik oder Chemie bei Roche gefragt sind. „Es gibt bei uns auch Quereinsteigerinnen mit Ausbildungen wie Medizinische Informatik oder Architektur. Sie haben über diesen Weg in unsere Branche gefunden“, sagt Marlene Steinbacher-Haas.
Rollenbilder schaffen.
Dass Frauen mit technischen Ausbildungen noch immer kein deutlich sichtbares Rollenbild darstellen führt die Personalexpertin auf die gesellschaftliche Prägung zurück. „Frauen benötigen sehr viel Mut und Selbstbewusstsein, um sich in diesen Bereich hinein zu trauen“, sagt Steinbacher-Haas. „In der Gesellschaft überwiegt nach wie vor ein sehr männlich geprägtes Bild von der Branche.“
Um hier schneller voranzukommen empfiehlt Marlene Steinbacher-Haas Frauen daher, sich gezielt Förderer zu suchen und Netzwerke aufzubauen: „Um in männerdominierten Gebieten weiterzukommen ist dies wichtig.“
Bei Roche gibt es seit Jahren eine große Anzahl an Aus- und Weiterbildungsprogrammen die darauf abzielen, die besten MitarbeiterInnen – egal ob weiblich oder männlich – zu fördern.
„Ich kann Frauen nur den Tipp geben, mutig zu sein und ihre eigenen Interessen zielstrebig zu verfolgen“, führt Steinbacher-Haas aus. „Nur dann kann man Erfolg und auch Spaß im Beruf haben.“












