14.12.2010 11:44

Siemens PLM

Nutzerfreundlichkeit im Vordergrund

Mit vielen Neuerungen macht man bei Siemens PLM Software am Markt ordentlich Dampf. FACTORY sprach mit Unternehmensverantwortlichen über geschäftliche Perspektiven, Strategien und Lösungen.

Siemens HD PLM
© Siemens PLM

HD PLM von Siemens PLM Software soll weitere Zugewinne am Markt bringen

Richard Bush
© Siemens PLM

Richard J. Bush, Marketing Director Digital Lifecycle Simulation: „Wichtig für den Erfolg von Analyse-Tools ist, dass sie stabile Aussagen treffen können und verlässliche Ergebnisse liefern.“

Eric Stirling
© Siemens PLM

Eric Sterling, Vice President Global Marketing: „Google Maps macht es vor, wie man vom großen Überblick sehr schnell exakt in jene Details gehen kann, die man benötigt.“

 

Tony Affuso, CEO von Siemens PLM Software, konnte im Rahmen der Nutzer-Konferenz „Siemens PLM Connection“ im Designcenter Linz über ein äußerst erfolgreiches Geschäftsjahr berichten. In seinem Geschäftsausblick sprach er auch über die stärkste Business-Pipeline in der Geschichte des Unternehmens. „Wir haben uns unter anderem in den Bereichen Automotive-Industrie, Hightech-Electronics und im Maschinenbau sowie im Bereich Schiffsbau sehr erfolgreich behauptet.“, erläuterte Affuso. „Im Bereich Automobilbau nützen 24 von 25 Unternehmen Siemens PLM Software.“ Als einen wesentlichen Grund für den Erfolg nannte Affuso die Tatsache, dass man mit HD PLM nunmehr eine Lösung anbieten könne, in der die Software-Bausteine Teamcenter, NX und Tecnomatix nahtlos verbunden sind.

Viele Neuerungen.

Mitte November wurde übrigens die Version 5.3 von Teamcenter Express herausgegeben. So Die Bedienbarkeit wurde erleichtert und die Benutzerschnittstelle überarbeitet. Außerdem hat Siemens PLM Software die Integration mit Microsoft Office 2010 auf den neuesten Stand gebracht und die Möglichkeiten bei der Projektplanung erweitert. Dadurch können Anwender alltägliche Aufgaben vom Design bis zur Fertigung über mehrere Projekte hinweg schneller und einheitlicher vom Bildschirm aus erledigen.

Vereinfachung, Fokussierung auf das Wesentliche und Personalisierung der Informationen – das sind laut Eric Sterling, Vice President Global Marketing, Schlüsselpunkte für den Erfolg einer PLM-Lösung: „Wir glauben, dass es notwendig ist, Informationen in die richtigen Bahnen zu lenken. Google Maps macht es vor, wie man vom großen Überblick sehr schnell exakt in jene Details gehen kann, die man benötigt. Diese Art der Personalisierung von Informationen in die Software zu packen war harte Arbeit. Das Ergebnis wird man in unserem Release 2011 sehen.“

Einfluss Gaming-Industrie.

Mit dem Mechatronics Concept Designer (MCD) wurde übrigens ein Werkzeug aus der Gaming-Industrie übernommen. „Dies ermöglicht uns, zum Beispiel Abläufe in Maschinen sehr einfach zu simulieren um zu sehen, ob eine Idee überhaupt realisierbar ist – und zwar ehe man in detailliertes Design weitergeht“, erklärt Sterling. „Die Diskussion wie wir dieses Tool nutzen können haben wir vor drei Jahren begonnen. Einen ersten Schritt haben wir im Bereich  Werkzeugmaschinen getan. Hier haben wir Dank der Verbreitung der Sinumerik Controller enorme Synergien erzielen können. Auch die Tatsache, dass wir ein Teil von Siemens sind und damit die geballte R&D-Power des Unternehmens nützen können, ist ein großes Plus.“

Eine große Zukunft hat laut Eric Sterling auch die Nutzung der PLM Software auf mobilen Geräten. Derzeit gibt es eine Lösung für das iPad. Sterling: „Das ist aber nur ein Teil des Bildes. Wir arbeiten am gesamten Thema Mobilität und haben daher auch bereits eine funktionierende Lösung, die etwa zwischen einem Android-Handy und einem iPad läuft.“

Erfolg durch Offenheit.

Die Zugehörig zu Siemens hat laut Eric Sterling auch die Tore zu den Maschinenbauern geöffnet. „Das war früher bedeutend schwieriger“, erinnert sich Sterling. „Heute können wir eine einzigartige Kombination bieten, die so stark ist, dass wir etwa mit DMG einen OEM-Partner gewinnen konnten.“

Überhaupt sei man drauf und dran, durch die offene Strategie in vielen Industriebereichen zu punkten und Systeme von Mitbewerbern abzulösen. „Unsere Kunden sind nicht dazu gezwungen alles von uns zu kaufen. Aber wir sehen sehr deutlich, dass Kunden, die Teamcenter einsetzen und damit zufrieden sind, auch NX zur Simulation probieren.“

Die große Chance um weitere Marktsegmente für Siemens PLM zu erobern sieht Eric Sterling aber gar nicht so sehr in einzelnen Branchen, als vielmehr in „Regionen“.  Die so genannten „BRIC-Länder“ (Brasilien, Russland, Indien, China) eröffneten als Emerging Markets enorme Chancen.

Tempo durch Simulation.

Mit der Software NX Simulation hat Siemens PLM eine mächtiges Werkzeug parat, das den Entwicklern eine Vielzahl an Arbeitschritten erleichtert beziehungsweise abnimmt. Richard J. Bush, Marketing Director Digital Lifecycle Simulation, erlebt den Wandel ganzer Industriebereiche hautnah mit. „Virtuelle Simulation anstelle physischer Tests läuft heutzutage viel schneller ab“, sagt Bush. „Die Treiber hinter dieser Entwicklung sind einerseits die Kosten, andererseits aber auch die Zeit.“

Waren früher Simulationen, etwa im Hinblick auf Materialänderungen, sehr aufwändig, erlaubt ein virtuelles Modell heute viele Versuche und Änderungen. Bush: „Wichtig sind robuste Lösungen, vor allem aber auch, dass das angesammelte Wissen gespeichert bleibt und jederzeit wieder zum Einsatz kommen kann. Diese Wiederverwendbarkeit von Prozessen bringt enorm viel.“

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