02.03.2012 10:23
Studenten erzählen
Abenteuer Auslandspraktikum
Philipp Legerer studiert angewandte Geowissenschaften an der Montanuni Leoben und war ein Jahr (von Anfang September 2010 bis Ende September 2011) in San Juan, Argentinien.
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Wie sah deine Arbeit während des Praktikums aus?
Ich habe an einem Projekt zur Kartierung teilgenommen und Diplomanden unterstützt. Sie haben den Habitus von Sedimenten untersucht in Hinsicht auf petrographischen Aufbau und Fossilieninhalt untersucht. So kann man die Zeit feststellen aus denen die Fossilien stammen und ob dort ein Küstenraum, ein maritimer, kontinentaler oder Hochseeraum war um zum Beispiel Aussagen über potentielle Kohlwasserstoffgebiete zu treffen.
Wie hast du die Argentinier erlebt?
Die Leute waren extrem offen und hilfsbereit, ich habe viel Unterstützung bekommen und auch Abends und in der Freizeit waren sie immer für mich da. Die Vizerektorin hat mich unter ihre Fittiche genommen und zu ihrer Familie eingeladen, sogar zu einer Geburtstagsfeier wurde ich von ihr eingeladen. Die Argentinier trinken den ganzen Tag Mate-Tee. In einen Holzbecher mit Trinkrohr wird Tee und Zucker reingeschmissen und mit heißem Wasser aufgebrüht. Das geht dann die ganze Runde. Selbst bei Besprechungen mit Professoren gab es als erstes immer Mate.
Wie funktionierte das zusammenarbeiten mit so vielen unterschiedlichen Leuten?
Bei dem Projekt waren 25 Studenten aus 16 Nationen dabei, da war der Unterschied zwischen Europäern und Südamerikanern schon krass. Die Südamerikaner haben ja die Coolness weg! Einmal haben wir auf einen Bus gewartet. Alle Europäer sind zur Abfahrtszeit schon in den Bus gesprungen, da sind zwei der südamerikanischen Mädels noch seelenruhig einkaufen gegangen. Sie haben nur gemeint „Was wollt ihr – der Bus ist doch noch nicht abgefahren, oder?“. Und sie wollen auch immer raus und fortgehen, während der Europäer sein kühles Bier auch gern mal gemütlich daheim trinken will.
Was hast du in deiner Freizeit gemacht?
In der Freizeit und an den Wochenenden haben wir uns viel angesehen. Einmal sind wir 12 Stunden lang mit dem Bus über die Anden gefahren. Es war toll, da auch mal die Geologie zu sehen über die man sonst nur lernt. Als wir über die Anden nach Chile gefahren sind, kamen wir gleich in die 200 Jahre Unabhängigkeitsfeierlichkeiten. Und das Naturreservat Ischigualasto, ein Unesco Weltkulturerbe, haben wir uns auch angesehen. Hier wurden die ältesten Fossilien der Welt gefunden.
Hast du Tipps für künftige Auslandspraktikanten?
Die Argentinier sprechen leider kaum Englisch. Mein Spanisch war auch nicht sooo gut, deshalb rate ich jedem, sich gut auf die jeweilige Sprache vorzubereiten. Aber mit Hilfe von Zeichnungen und Abbildungen konnten wir viel erklären.
















