09.12.2009 13:11
Trendbarometer
Sensorik wächst wieder
Im Rahmen einer Pressekonferenz auf der SPSD/IPC/Drives in Nürnberg präsentierte der AMA (Fachverband für Sensorik) eine Studie mit dem Thema „Sensor-Trends 2014“. Die aktuellen Zahlen deuten übrigens wieder auf ein zartes Wachstum hin.
Über 100 Unternehmen hat der AMA Fachverband für Sensorik e.V. kürzlich über ihre Einschätzung der wirtschaftlichen Situation für die kommenden Monate befragt. „Der Blick in die AMA-Kristallkugel zeigt eine Erholung des Marktes an. Wir trauen uns zu sagen, dass 2010 wieder Wachstum da sein wird“, erläuterte Thomas Simmons, Geschäftsführer des AMA. Nach einem Jahr des kontinuierlichen Schrumpfens ist im dritten Quartal 2009 erstmals der Markt der Sensorik und Messtechnik wieder gewachsen. „Gegenüber dem zweiten Quartal gewann er rund 5,5 Prozent“, sagte Simmons. „Zuvor hatte die Branche 25 Prozent des Umsatzes aus dem entsprechenden Vorjahresquartal (Q3/2008) verloren. Damit beträgt die Einbuße zum Vergleichszeitraum rund 20 Prozent.“ Die Quartalsumfrage brachte außerdem zutage, dass mit 48 Prozent fast die Hälfte aller Unternehmen Kurzarbeit einsetzen. Der Anteil der von der Kurzarbeit betroffenen Arbeitsplätze liegt weiterhin bei rund 13 Prozent.
Wie stark ist die Wende?
Die Quartale 4/2008 und 1/2009 waren mit jeweils 10 % jene mit dem deutlichsten Umsatzrückgang. „Das zweite Quartal 2009 wurde zu einem Vorboten für eine mögliche Trendwende, da sich die Negativentwicklung auf minus 5 Prozent verlangsamte“, erläuterte Thomas Simmons. „Die Qualität der erreichten Trendwende ist nur schwer zu beurteilen. Denn ein Teil der positiven Entwicklung geht auf das Auffüllen leerer Lager zurück, die unsere Kunden zuvor krisenbedingt heruntergefahren haben. In Folge hat die Branche nun das Einschwingen des Lieferanten-Kunden-Systems zu bewältigen.“ Dies bedeute für die Unternehmen eine beträchtliche Herausforderung – insbesondere angesichts der zurückhaltenden Kreditvergaben und der verbreiteten Kurzarbeit. Simmons appellierte in dem Zusammenhang an die Banken, bei der Vergabe von Krediten an die Unternehmen der Sensorikbranche weniger restriktiv zu sein: „Unsere Branche ist weltweit führend und liefert eine unverzichtbare Schlüsseltechnologie für sämtliche Industriesektoren. Am Anfang jeder Kette zur Regelung, Steuerung oder Automatisierung steht die Bestimmung des Ist-Zustandes. Hierfür werden immer mehr Sensoren und Messsysteme gebraucht.“
Wohin die Reise geht ...
Nur starke Unternehmen werden auch weiterhin mitbestimmen, wohin die Entwicklung in der Sensortechnologie geht. Im Rahmen der Studie „Sensor-Trends 2014“ hat der Fachverband versucht, eine anbieterneutrale Zusammenstellung der kurz- bis mittelfristigen technologischen Entwicklungen im Teilgebiet der elektromechanischen Sensorik und Gassensorik darzustellen. „Im Vordergrund steht das Herausarbeiten wesentlicher Trends – zum Beispiel die Entwicklung in der Technologie zur Messung mechanischer, kalorischer und chemischer Größen, wie etwa Druck, Durchfluss, Temperatur, Weg, Geschwindigkeit, Beschleunigung, aber auch zur Messung der Konzentrationen und Zusammensetzung von Gasen und Flüssigkeiten“, betonte Simmons. Absicht der Studie sei es, einen raschen Überblick über die wesentlichen technologischen Entwicklungen zu geben – dies, um den Entscheidungsträgern von Sensoranbietern und von staatlichen Förderprogrammen Hilfestellung für Überlegungen zu Entwicklungsstrategien zu bieten.
Die Trends im Überblick.
Im Teilbereich Sensoren mit elektromechanischen Messprinzipien bleiben laut Studie resistive und kapazitive Methoden verbreitet. Wichtigste Trends sind: die Miniaturisierung, die Zunahme von MEMS und NEMS (Micro- und Nano-Electro-Mechanical Systems), zunehmend Silizium-Messelemente auch bei kalorischen und chemischen Größen, Multisensoren für Massenanwendungen, zunehmend eine direkte Sensor-Aktor-Kopplung, eine robustere Prozessankopplung, verringerte Messunsicherheit und eine erhöhte Langzeitstabilität. Bei den Gassensoren sind die Wirkprinzipien gegenwärtig noch sehr vielfältig. Es dominieren elektrochemische und resistive Prinzipien. Hier werden sich laut Thomas Simmons für Konzentrationsmessungen physikalische Messmethoden durchsetzen. Weiters: Für selektive Gasdetektion werden zunehmend Potenzialmessungen verwendet, wo preislich akzeptabel, auch optische Methoden; der Einsatz von MEMS, die Integration mehrerer Sensoren auf einer Hot-Plate sowie die zunehmende Miniaturisierung und Integration sind weitere Punkte. In der Sensorelektronik und der Halbleitertechnologie lässt sich beobachten, dass sich aus bisher vergleichsweise einfachen Sensoren zunehmend höher integrierte und intelligentere Sensorsysteme entwickeln. Je nach Anwendung erfolgt die Signalverarbeitung analog, digital oder als mixed-signal, mit Trend zu möglichst früher Digitalisierung und digitaler Signalverarbeitung. Weitere Punkte der Studie sind Systemintegration und Kommunikation, Aufbau- und Verbindungstechnik sowie Packaging, aber auch neuartige Testverfahren von MEMS-Komponenten.












