04.03.2010 11:02
VDW
Erholung in Sicht?
Zuversicht - so lautet die Parole beim Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW) für das heurige Jahr. Man erwartet sich, trotz aller Schwierigkeiten, eine deutliche Belebung des Geschäfts.
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Die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie fasst für 2010 wieder mehr Zuversicht. „Zwar wird das laufende Jahr abermals sehr schwierig, jedoch erwarten wir eine deutliche Belebung des Geschäfts während der ersten Jahreshälfte“, erklärt Martin Kapp, Vorsitzender des VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken), anlässlich der Jahrespressekonferenz. „Seit September haben sich die Bestellungen Monat für Monat verbessert“, begründet er seine Einschätzung.
Silberstreif am Horizont.
Im vierten Quartal 2009 hat der Auftragseingang auf niedrigem Niveau um 12 Prozent zugelegt. Das ist nicht nur dem Basiseffekt geschuldet. Vielmehr ist das Auftragsniveau im Vergleich zum Tiefstand im Juli/August um mehr als 60 Prozent gestiegen. Wegen des Zeitbedarfs für die Realisierung im Umsatz wird das noch nicht für einen Zuwachs in der Produktion reichen.
Daher geht der VDW von einem Rückgang der Werkzeugmaschinenproduktion für 2010 um 10 Prozent aus, bevor die deutschen Hersteller 2011 davon profitieren können, dass der internationale Investitionsmotor wieder rund läuft. Getrieben wird die Nachfrageerholung vom Ausland und vom Projektgeschäft. Die inländische Nachfrage stabilisiert sich langsamer und wird derzeit hauptsächlich durch den Lagerzyklus belebt.
Absturz beispiellos.
„2009 ist für die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie besser gelaufen als befürchtet, obwohl die Branche einen Absturz erlebt hat wie nie zuvor“, berichtet VDW-Vorsitzender Kapp. Hatte man noch Mitte 2009 einen Rückgang der Werkzeugmaschinenproduktion um 40 Prozent erwartet, lag dieser dann Ende des Jahres "nur" bei 30 Prozent unter dem Vorjahr - bei 9,9 Mrd. Euro. Im historischen Vergleich ist dieser Rückgang dennoch beispiellos.
So ging der Auftragseingang um mehr als die Hälfte zurück, die Inlandsorders verloren 61 Prozent, die Auslandsorders 50 Prozent. Der Export sank in den Monaten Januar bis November um etwa 27 Prozent. Lediglich die Lieferungen nach Ost- und Südostasien konnten noch zulegen.
Flexible Regelungen hilfreich.
Deutlich unterproportional verlief der Beschäftigungsabbau. Seit dem Höchststand im Herbst 2008 sank die Mitarbeiterzahl in Deutschland um rund 7.500 oder 10 Prozent auf zuletzt 65.900. „Der flexiblere Arbeitsmarkt und die Kurzarbeiterregelung haben geholfen, die Mitarbeiter so lange zu halten", zeigte sich Kapp sicher. Nach wie vor wollen viele Unternehmen auch unter schwierigen Bedingungen ihre Stammbelegschaft über die Krise hinweg retten. Das werde, so Knapp, aber leider nicht allen gelingen.
Japan überholt.
In der Krise zeigten sich die deutschen Werkzeugmaschinenanbieter auch besser aufgestellt als der internationale Wettbewerb. So ist man etwa am Hauptwettbewerber Japan vorbei gezogen. In Japan ist die Werkzeugmaschinenproduktion um 60 Prozent auf rund 5 Milliarden Euro (ohne Teile und Zubehör) doppelt so stark eingebrochen wie die deutsche. Deutsche Hersteller haben ihren Weltmarktanteil leicht gesteigert und rangieren nun rund 7 Prozentpunkte vor den Japanern.
Ein Problem droht laut Kapp in der Finanzierungssituation. „Unsere Geschäftspartner, insbesondere die Banken, müssen die Besonderheiten der Branche berücksichtigen“, fordert er daher. "Die Bankenkrise darf nicht dazu führen, dass ganzen Branchen, die beileibe keine Strukturkrise durchleiden, der Kredithahn zugedreht wird."












